Wie der Wald die heimische Küche veredelt
Die Naturküche ist in – Waldpflanzen, Waldkräuter oder Waldgräser sind ein immer beliebteres Health Food. Jetzt sprießen die Köstlichkeiten vor der Haustür
Erfurt (hs): Die heimischen Wälder werden immer mehr als kulinarische Schatzkammer wiederentdeckt. Diese sind nicht nur romantischer Ort der Erholung, sondern auch prall gefüllte Oasen nährstoffreicher, naturbelassener Kräuter. Im jahreszeitlichen Verlauf, beginnend im Frühjahr, locken Bärlauch, Spitzwegerich, Sauerklee, Brennnessel, Hagebutte & Co. nicht nur Spitzenköche, sondern zunehmend mehr auch gesundheitsbewusste Genießer in den Wald. Sie alle frönen dem „clean eating“. Neu ist das Wissen um pure Aromen indes nicht: Schon Hildegard von Bingen hatte vor rund 800 Jahren eine gesunde Ernährung auf der Basis von Naturkräutern empfohlen. Heute sind Waldkräuter eine beliebte Alternative zu den üblichen industriell hergestellten oder importierten Lebensmittelzutaten.
ThüringenForst: Waldjugendspiele starten
Dieses Jahr werden wieder etwa 10.000 Schulkinder den Wald spielerisch-sportlich kennenlernen und ihr Wissen erweitern
Erfurt (hs): Die 24 Forstämter der ThüringenForst-AöR bereiten derzeit landesweit über 50 Waldjugendspieltage vor. Ab April bis September werden insgesamt etwa 10.000 Schulkinder vorwiegend der 4. Klassen einen Tag im Wald verbringen. Gemeinsam mit waldpädagogisch geschulten Försterinnen bzw. Förstern und Lehrpersonal werden im Wald viele Naturgeheimnisse sportlich-spielerisch entdeckt. Unterstützt wird die Landesforstanstalt dabei vom Thüringer Kultusministerium, dem Thüringer Forstministerium und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Thüringen. Das größte Waldpädagogik-Event im Freistaat startet am 28. April im Forstamt Kaltennordheim und endet voraussichtlich am 10. September im Thüringer Forstamt Leinefelde.
Kohlenstoffinventur in Thüringens Wäldern startet
Wälder binden Kohlenstoff. Gerät dieser in die Umwelt, hat das klimaschädliche Treibhausgase zur Folge. Inventuren messen diese Veränderungen. Die nächste Inventur steht an
Erfurt (hs): Wälder leisten als Kohlenstoffsenken einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Durch den Aufbau von Biomasse in Form von Holz entziehen sie der Luft aktiv klimaschädliches Kohlendioxid. Da diese Kohlenstoffbindung durch natürliche Vorgänge, etwa Stürme oder Borkenkäferkatastrophen, wie auch waldwirtschaftliche Maßnahmen, etwa Aufforstungen, beeinflusst wird, ist der Kohlenstoffvorrat im Wald einem steten auf und ab unterworfen. Deshalb werden im zehnjährigen Abstand Bundeswaldinventuren in allen Wäldern Deutschlands und damit auch in Thüringen durchgeführt. Sie messen u. a. den Kohlenstoffspeicher Wald. Dazwischen erfolgen alle fünf Jahre ergänzend „kleine Inventuren“, sog. reine Kohlenstoffinventuren.
Waldbrandsaison 2025 startet
Für die nächsten acht Monate stellt ThüringenForst kostenfrei tagesaktuelle Infos zur Waldbrandgefahr in den heimischen Wäldern online zur Verfügung
Erfurt (hs): Pünktlich zum 1. März startet die ThüringenForst-AöR die diesjährige Waldbrandüberwachungssaison. Sie dauert bis Ende Oktober. In diesen acht Monaten wird tagesaktuell die Waldbrandgefahr ermittelt und einer der fünf Waldbrandgefahrenstufen zugeordnet. Diese Übersicht ist als Waldbrandgefahrenkarte unter www.thueringenforst.de kostenfrei abrufbar. Die Landesforstanstalt arbeitet eng mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zusammen, der thüringenweit 32 Vorhersageregionen auswertet. Der Klimawandel, infolgedessen die Anzahl an Witterungsextremen zunimmt, lässt Waldbesitzende und Forstleute allerdings mit Sorgen in die Zukunft blicken. Auch deshalb hat die ThüringenForst-AöR in den letzten Jahren bei der Waldbrandvorbeugung und -technik deutlich aufgerüstet.
Witterungsbedingte Waldbrandgefährdung nimmt stetig zu
„Der Klimawandel wird die Waldbrandgefahr zukünftig tendenziell erhöhen. Auf die damit verbundenen Szenarien haben wir uns mit finanzieller Unterstützung des Landes vorbereitet, sowohl in der Waldbrandvorbeugung wie auch der Waldbrandbekämpfung “, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die Klimaprojektionen gehen davon aus, dass sich die witterungsbedingte Waldbrandgefährdung auch im Freistaat künftig weiter erhöhen wird. Die tatsächliche Brandgefahr in den Wäldern fällt allerdings in den einzelnen Landesteilen unterschiedlich aus. Die ThüringenForst-AöR hatte in den letzten Jahren über 40 Löschwasserteiche im Wald saniert, Löschwasseranhänger für die Forstämter gekauft sowie Waldbrandlöschrucksäcke und Feuerpatschen für die Waldbrandnachbekämpfung beschafft. Zwei 2022 beschaffte Spezialmaschinen, sog. FireFighter, sind schon mehrfach erfolgreich im Löscheinsatz gewesen. Sämtliche Investitionen erfolgten mit Hilfe eines Sonderprogramms des Landes für allen Eigentumsformen.
Was macht der Fichtenborkenkäfer eigentlich im Winter?
Während die Schwärm- und Befallsphasen des Buchdruckers im Frühjahr, Sommer und Herbst im Fokus der Waldbesitzenden sind, wird der Überwinterung des Käfers oft zu wenig Augenmerk geschenkt. ThüringenForst-Experten klären auf
Erfurt (hs): Was macht der Buchdrucker, ein gefürchtetes Schadinsekt an der Fichte, eigentlich im Winter? Hält er einen Winterschlaf oder frisst er sich durch die kalte Jahreszeit? Sowohl als auch, sagen die Waldschutzexperten der ThüringenForst-AöR. Mit abnehmender Tageslichtlänge im Herbst sucht der Buchdrucker, auch bei für den Käfer angenehmen Tagestemperaturen über 16 Grad, seinen Überwinterungsort auf. In kühleren Regionen, etwa in den Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes, bevorzugt er die Überwinterung in der Bodenstreu. Sie bietet dem nur vier bis fünf Millimeter großen Insekt eine gute Isolation an. Werden die Temperaturen frostig, verkriecht er sich sogar in tiefere, wärmere Bodenschichten. In milderen Regionen Thüringens dürfte der größere Teil der überwinternden Käfer sowie dessen Puppen und Larven aber unter der Rinde, gleichsam im Baum die kalte Jahreszeit hinter sich bringen. Bei Temperaturen über 8° C kann er dort sogar seinen Fraß fortsetzen. Ein fertig entwickelter Käfer ist in der Lage, an milden Wintertagen sein Versteck unter der Rinde zu verlassen. Er lässt sich auf den Waldboden fallen und verkriecht sich in die schützende Bodenstreu. Dort reduziert der Käfer seinen Stoffwechsel und verzichtet auf Bewegung. Zusätzlich entwickelt er nach allmählicher Kälteanpassung ein körpereigenes „Frostschutzmittel“. Damit kann der Käfer auch strenge Winter unbeschadet überleben.

