Die Weißtanne ist die bessere Fichte

ThüringenForst setzt bei den Aufforstungen 2017 verstärkt auf die Saat von Weißtanne und Eiche. Fortschreitender Klimawandel erzwingt eine zügige Baumartenanpassung mit Laub- und Nadelholz

n27 2017Erfurt (hs): ThüringenForst, mit 200.000 Hektar flächengrößter Waldbesitzer im Freistaat, gibt seine diesjährige Aufforstungsplanung bekannt. Mehrere hunderttausend Waldbäume werden in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Weißtanne, in den landesweit 24 Forstämtern auf insgesamt 850 Hektar gepflanzt. Auf zusätzlichen 31 Hektar (2016: 18 Hektar) ist die Einbringung von 410 Kilogramm Saatgut, ebenfalls Weißtanne, aber auch Eiche und Birke vorgesehen. Rund die Hälfte der Aufforstungen erfolgt im Landesprogramm Waldumbau, die andere Hälfte in der betrieblichen Walderneuerung.

Statt auf die Fichte, setzt ThüringenForst auf Weißtanne und Eiche

„Statt auf die klimasensible Fichte setzen wir verstärkt auf die die Trockenheit besser vertragende Weißtanne und Eiche. Ihre Anteile sollen in den nächsten Jahren im Staatswald angemessen erhöht werden, was nur mit künstlicher Verjüngung gelingen kann“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Wichtiges Qualitätsmerkmal sind bei diesem sensiblen Pflanzgut die Frische und die gesicherte genetische Herkunft. Das Saatgut wird in eigenen, zertifizierten Wäldern geerntet und in der staatlichen Samendarre in Fischbach aufbereitet. Von dort aus gelangt es zur betriebseigenen Forstbaumschule Breitenworbis, wo entweder das Saatgut zur Anzucht von Jungpflanzen dient, oder direkt an die Forstämter zur Ausbringung geliefert wird. Aus einem Kilogramm Saatgut können bis zu 35.000 Pflanzen entstehen.

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Überschaubare Sturmschäden in Thüringens Wäldern

Sturmtief Thomas hat Einzelwürfe verursacht, insgesamt ist das Schadensausmaß bei Fichte & Co. aber übersichtlich

n15 2017Erfurt (hs): Erste Schätzungen der Landesforstanstalt gehen für Thüringens Wälder von wenigen Tausend Festmetern Wurf- und Bruchholz, verursacht durch das gestrige Sturmtief Thomas, aus. Forstämter aus verschiedenen Regionen des Landes meldeten bisher Einzelwürfe an älteren Sturmflächen, selten neue Flächenwürfe. „In den höheren Lagen des Freistaats zeigte sich Bodenfrost, die Niederschläge waren die letzten Tage überschaubar, insgesamt stabilisierte der Waldboden die Bestände“, so Pressesprecher Dr. Horst Sproßmann. Allerdings seien noch nicht alle Waldgebiete kontrolliert worden. Waldbesucher sollten die nächsten Tage mit der notwendigen Sorgfalt die Wälder betreten, Nachbrüche können nicht ausgeschlossen werden. Die Förster empfehlen insbesondere den betroffenen Privatwaldbesitzern, das Schadholz umgehend aufzuarbeiten und aus dem Wald zu transportieren, um dem Borkenkäfer im anstehenden Frühjahr kein zusätzliches bruttaugliches Material zu bieten.

Quelle: ThüringenForst, Erfurt
Foto: Dr. Horst Sproßmann

Borkenkäfer: Keine Entspannung 2017

Der letztjährige warme September hat den Fichtenschädling in Thüringens Wäldern in diesem Jahr gefährlich gemacht. Förster mahnen Waldbesitzer zur Wachsamkeit

n11 2017Erfurt (hs): Die Befallsmengen des gefährlichsten heimischen Fichtenborkenkäfers, dem Buchdrucker, sind 2016 im Vergleich zum Vorjahr von Juni bis September stetig angestiegen. Aber nicht nur das: Der milde letztjährige September sorgte dafür, dass der gefräßige Käfer statt zwei, zumindest in einigen Waldregionen Thüringens eine dritte Generation entwickelt hat. Ein einziges Borkenkäferpaar kann damit innerhalb eines Jahres weit über 100.000 Nachkommen erzeugen. Thüringens Förster befürchten ein „heißes Frühjahr 2017“, sollte der Buchdrucker den Winter in großer Anzahl überlebt haben. Die tiefen Januartemperaturen 2017, so die Waldexperten, sind für den Schädling jedenfalls kein Überlebensproblem.

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Heu, Rüben und Kastanien für das heimische Rotwild

Förster helfen mit zusätzlichem Futterangebot in den frost- und schneereichen Kammlagen der Thüringer Mittelgebirge aus.

RotwildErfurt (hs): Dauerfrost und die zwischenzeitlich großen Schneemengen in den Kammlagen des Thüringer Waldes, des Schiefergebirges wie auch des Harzes bringen das dort lebende Rotwild in Not. Wenn das natürliche Nahrungsangebot witterungsbedingt zur Neige geht, dann helfen Förster und Jäger aus und füttern das Wild. Aber nicht nur die Witterung, auch manche Wintersportler verschärfen die Notzeit für die größte heimische Hirschart. Förster und Jäger mahnen deshalb ein wildtierfreundliches Natur- und Sporterlebnis an.

Störungen gefährden das Überleben von Wildtieren im Winter

„Wildtiere der Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes, des Schiefergebirges wie auch des Harzes sind im Winter durch die Kälte und das karge natürliche Nahrungsangebot gezwungen, ihre Energie sparsam einzusetzen“ so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Rotwild etwa verkleinert in den Wintermonaten den Pansen, nimmt fast 60 % weniger Nahrung auf, fährt den Stoffwechsel auf „Sparflamme“ und verharrt oft bewegungslos auf der Stelle. Wird es jetzt gestört und in die Flucht geschlagen, ist das Überleben gefährdet. Im schlimmsten Fall droht den Wildtieren gar der Erschöpfungstod. Häufige Störungsursachen sind zum einen Skilangläufer abseits der offiziellen Loipen, Waldbesucher mit einem nicht angeleinten Hund oder auch Waldbesuchergruppen, die durch lautes Rufen und Schreien die Waldlebensgemeinschaft unnötig stressen.

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Hundebesitzer aufgepasst!

In der Brut- und Setzzeit im Frühjahr ist die Anleinpflicht für Hunde im Wald besonders wichtig.

n14 2017Erfurt (hs): Mit der Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 30. Juni ist die Einhaltung der ganzjährigen Anleinpflicht für Hunde im Wald besonders wichtig. Darauf macht die Landesforstanstalt aufmerksam, mit 200.000 Hektar flächengrößter Waldbesitzer im Freistaat. In dieser besonders sensiblen Zeit stellen Rehkitze, Junghasen oder Jungvögel für freilaufende Hunde eine besonders leichte Beute dar. Gemäß dem Thüringer Waldgesetz sind Hunde, die nicht zur Jagd verwendet werden, an der Leine zu führen. Zuwiderhandlungen können mit einer Geldbuße geahndet werden.

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ThüringenForst begrüßt Bundeswaldgesetzänderung

Wichtige Gesetzesänderung stärkt die 2012 eingeführte Forstorganisation im Freistaat

n10 2017Erfurt (hs): Die vom Bundestag Mitte Dezember 2016 beschlossene Änderung des Bundeswaldgesetzes ist Mitte Januar von Bundespräsident Gauck unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt worden. Die Änderung stellt bestimmte forstliche Dienstleistungen, wie etwa das Auszeichnen von Bäumen zur Fällung oder die Unterstützung bei der Holzernte, frei von den Beschränkungen des deutschen Wettbewerbsrechts. „Klein- und Kleinstprivatwaldbesitzer, die unter erheblichen strukturellen Nachteilen leiden, unterstützt die jüngste Gesetzesänderung dabei, eigenverantwortlich die mit der nachhaltigen Bewirtschaftung verknüpften Gemeinwohlleistungen zum Wohle aller Thüringerinnen und Thüringer zu erbringen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Damit ist der rein wirtschaftlichen Betrachtung des Waldes ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben worden. Durch die Änderung des Bundeswaldgesetzes ist der institutionelle Rahmen für die Fortführung der Gemeinwohlleistungen der staatlichen Forstverwaltungen gesichert worden. Die ThüringenForst-AöR wurde 2012 gegründet und ist damit bundesweit die jüngste, reorganisierte Forstverwaltung in Deutschland. Ihr Organisationskonzept der Gemeinschaftsforstverwaltung ist mit der Bundeswaldgesetzänderung bestätigt worden.

Quelle: ThüringenForst, Erfurt
Foto: Daniela Tröger

Sturmtief Egon scheint Thüringens Wälder weitgehend verschont zu haben

Holzerntearbeiten und Jagd eingestellt. Erste Schätzungen gehen derzeit von unter 10.000 Festmeter Schadholz aus

Zerstörte BerghängeErfurt (hs): Ersten Schätzungen nach gehen die Experten der Thüringer Landesforstanstalt von wenigen tausend Festmetern Schadholz in Form von Einzelbrüchen und –würfen aus, die das Sturmtief Egon am 13. Januar des neuen Jahres in den Wäldern des Freistaats verursachte. Schwerpunkte sind die Südabdachung bis zu den Kammlagen des Thüringer Waldes sowie Ostthüringen. Damit traten die befürchteten Schäden in deutlich geringerem Umfang ein, als zunächst im Kontext der Wetterdaten prognostiziert.  Im Gegensatz zur Orkankatastrophe Kyrill vor fast exakt zehn Jahren waren die Waldböden nicht durch Dauerregen aufgeweicht, sondern gefroren und boten den Baumwurzeln eine solide Verankerung. Auch Kronenbrüche, durch hohe Schneelasten verursacht, sind bislang kaum beobachtet worden, da der latente Sturm die Kronen frei weht und die frostigen Temperaturen den gefürchteten Nassschnee nicht zulassen. In einigen Forstämtern wurden geplante Jagden abgesagt, Holzerntearbeiten zum Schutz der Beschäftigten bis auf weiteres eingestellt. Die Schadholzmenge wird im Rahmen der laufenden forstwirtschaftlichen Arbeiten beseitigt, von einem negativen Einfluss auf den heimischen Holzmarkt wird nicht ausgegangen.

Quelle und Foto: ThüringenForst, Erfurt