Waldränder sind Hotspots der Artenvielfalt

Zur weiteren Stärkung des Waldnaturschutzes nimmt ThüringenForst bei der Wiederbewaldung von Schadflächen auch die Wald-Feld-Übergänge in den Fokus

n79 2020Erfurt (hs): Breite, stufig aufgebaute und tiefbelastete Waldränder können nicht nur vor dem zerstörerischen Werk künftiger Stürme schützen, sondern sind auch ein landschaftsprägendes, ökologisch wertvolles Saumbiotop. Damit sie diese Funktionen gut erfüllen können, müssen sie durch Waldbesitzer und Förster geplant und aufgebaut werden – mit einer gezielt gestalteten Baum-, Strauch und Saumzone. Die Wiederbewaldung der vielen Schadflächen in Thüringens Wäldern nutzt ThüringenForst dazu, derartige standorts- und funktionsgerechte Waldaußen- und auch Waldinnenränder, etwa entlang von Forststraßen oder Waldwiesen, von Anfang an mit anzulegen.

Die Wiederbewaldung von Schadflächen mit stabilen Waldsäumen

„Die Folgen der Klimaerwärmung, wie Dürre, Wetterextreme und Borkenkäfer-Massenvermehrung, haben im Gesamtwald in Thüringen zu rund 40.000 Hektar Schadfläche geführt. Bei der Wiederbewaldung sind Waldbesitzer gut beraten, ein besonderes Augenmerk auf die Gestaltung stabiler und biodiversitätsreicher Waldränder zu legen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. So sollten Waldränder nicht geradlinig, sondern unregelmäßig und in Buchten verlaufen, sowie mit anderen Landschaftselementen wie Hecken, Gehölzstreifen oder Gewässern vernetzt sein. Im äußeren Saumbereich ist eine niedrige Vegetation aus Gräsern, Kräutern und Stauden sinnvoll, die fließend in eine mindestens mannshohe Strauchzone aus heimischen Arten wie Schlehe, Weißdorn, Hasel, Pfaffenhütchen oder Hartriegel übergeht. Dann erst beginnt der eigentliche Waldmantel mit Birke, Weiden, Ebereschen oder Feldahornen. An diese schließt sich dann der Waldbestand an. Dieser soll bei ThüringenForst grundsätzlich aus mehreren Mischbaumarten und einem Mindestanteil von 20 % Laubholzarten bestehen.

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Landesweite Diagnose am Patienten Wald

ThüringenForst führt auf dem Krahnberg bei Gotha Schulungen zur diesjährigen Waldzustandserhebung durch. Deren Ergebnisse werden mit Spannung im Spätherbst 2020 erwartet

dein-kaminholz.deErfurt (hs): Durch die okulare Einschätzung von Blatt- und Nadelverlusten in den Baumkronen werden seit 1991 im Freistaat jährlich Informationen über den Gesundheitszustand des Waldes erhoben. Das Verfahren ist deutschlandweit einheitlich. Verantwortlich für die Waldzustandserhebung (WZE) ist das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha (FFK). Die vielfältigen Ergebnisse der Erhebung werden voraussichtlich im Spätherbst 2020 veröffentlicht. In diesem Jahr dürfte auf die Forstexperten allerdings eine besonders knifflige Aufgabe warten: Denn die nunmehr zweieinhalb Jahre andauernde, ausgewöhnliche Trockenheit beeinträchtigt nachhaltig die Vitalität des gesamten Ökosystems Wald.

Fernglas und Schreibbrett als Diagnosehelfer

Die Schulungsteilnehmer, sämtlich erfahrene Forstpraktiker, werden an „Vergleichsbäumen“ für die anstehende optische Taxation der Baumkronen fit gemacht. „Mit einem Fernglas erfassen die Experten baumartenspezifisch die Vergilbung sowie den Verlust an Nadel- bzw. Blattmasse in den Baumkronen sowie weitere Parameter“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Dies erfordert umfassende wald- und baumbiologische Kenntnisse, denn im „Ausschlussverfahren“ müssen Merkmale wie Fruchtbildung, Pilz- oder Käferbefall und natürlich Trockenheit als Ursache einer schütteren oder fehlenden Kronenbenadelung bzw. -belaubung geklärt werden. Und damit eine sichere Unterscheidung von Schadstoffen aus Industrie, Verkehr und Haushalten als Verursacher getroffen werden können.

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Gartengestaltung: Die richtige Wahl der Holzart ist wichtig!

Während Lärche, Eiche oder Robinie ohne Anstrich der Witterung trotzen, eignen sich Fichte oder Kiefer für den Innenbereich

n44 2020Erfurt (hs): Mit den ersten warmen Frühjahrstagen heißt es für viele Gartenbesitzer: Ärmel hochkrempeln. Jetzt ist die beste Zeit, um das kleine Paradies rund ums Haus auf Vordermann zu bringen. Dies umso mehr, da die pandemiebedingten Aufenthalte in den eigenen vier Wänden bzw. im eigenen Hof oder Garten nach wie vor hoch sind. ThüringenForst gibt nachfolgend einige Tipps, welche Holzarten für welche Zwecke bei der Außengestaltung eingesetzt werden können und ob und wie diese Hölzer gepflegt werden sollten.

Holz im Garten – Material der unbegrenzten Möglichkeiten

Der natürliche Roh-, Bau und Werkstoff Holz steht bei vielen Gartenfreunden hoch im Kurs. Aus gutem Grund: Es harmoniert mit der umgebenden Natur, ist leicht zu bearbeiten, gesundheitlich unbedenklich und zudem kostengünstig. Die Verwendungsmöglichkeiten von Holz sind äußerst vielfältig: Von Zäunen über Sichtschutzwände bis hin zu Pflanzkübeln und Gartenmöbeln. Soll Holz baulich-konstruktiv etwa als Gartendeck, Holzsteg oder Carport verwendet werden, sind Zimmereibetriebe aus der Region gute Ansprechpartner.

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Holzbau kann das Klima entlasten

Das renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung mahnt den Baustoff Holz als Ersatz für klimaschädlichen Zement und Stahl an. Gebäude werden so zu Kohlenstoffsenken

dein-kaminholz.deErfurt (hs): Das renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) spricht von einer Materialrevolution im Städtebau: Der Roh-, Bau- und Werkstoff Holz kann eine fundamentale Bedeutung im Klimaschutz bekommen. Erstens kann Holz die Treibhausgasemissionen aus der Zement- und Stahlproduktion, eine der Hauptquellen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2, vermeiden. Zweitens kann Holzbau große Gebäude sogar  in Kohlenstoffsenken verwandeln, da im Bauholz das von den Bäumen zuvor aus der Luft aufgenommene CO2 eingelagert und in ihren Stämmen als Kohlenstoff (C) gespeichert wird. Nach Berechnungen der PIK-Wissenschaftler können so die globalen Klimastabilisierungsziele des Pariser Abkommens erreichbar gemacht und die weltweite Klimaerwärmung erfolgreich auf unter 2° C gehalten werden.

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Mit Kalk gegen „saure“ Mittelgebirgs-Waldböden

Landesforstanstalt will im Herbst rund 800 Hektar geschädigte Staatswaldflächen in den Hochlagen des Thüringer Waldes kalken

n49 2020Erfurt (hs): ThüringenForst plant für den Herbst dieses Jahres rund 800 Hektar, durch Luftschadstoffe geschädigten Staatswald in mehreren Revieren des Thüringer Forstamtes Frauenwald zu kalken. Hierzu werden per Hubschrauber im September/Oktober 2020 pro Hektar rund drei Tonnen naturbelassener Magnesiumkalk regionaler Herkunft ausgebracht. So soll die Bodenversauerung abgepuffert werden. Auch nach über 30 Jahren Bodenschutzkalkung und einer deutlich verbesserten Luftreinhaltepolitik brauchen der Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge und der Harz weiterhin mittels Kalkung die Hilfe der Förster. Säurealtlasten und überhöhte Stickstoffeinträge machen den dort basenarmen Standorten und den darauf stockenden Wäldern immer noch zu schaffen. Zuletzt kalkte ThüringenForst 2019 rund 900 Hektar Staatswald, ebenfalls im Thüringer Forstamt Frauenwald. Während der Kalkung kann es kurzfristig zu Beeinträchtigungen beim Betreten des Waldes kommen. Der ausgebrachte Naturkalk ist für den Waldbesucher vollkommen ungefährlich, gleichwohl kann es durch die Feinpartikel zur Verunreinigung von Kleidungsstücken kommen. Unmittelbar vor Beginn der Maßnahmen wird das Thüringer Forstamt Frauenwald die Bevölkerung hierzu nochmals informieren.

 

Quelle: ThüringenForst, Erfurt
Foto: Dr. Horst Sproßmann

 

Risiko Brennholz-Selbstwerbung

Jüngst ereigneten sich in Thüringen zwei tragische Unfälle von Brennholz-Selbstwerbern im Wald. Gute Ausbildung und umsichtiges Handeln sind lebenswichtig bei diesen Arbeiten

dein-kaminholz.deErfurt (hs): Brennholz ist derzeit so günstig wie nie im Wald zu erwerben. Ein extremes Überangebot an Sturm-, Trocken- und Borkenkäferschadholz lässt in Folge des Klimawandels und der Corona-Pandemie die Brennholzpreise purzeln und die Brennholzwerber aufhorchen. Doch die Aufarbeitung von Holz ist, dies zeigen -leider- jüngst zwei tragische Unfälle in den Wäldern Süd- und Ostthüringens, gerade für Nicht-Profis arbeitstechnisch nicht ohne Risiko. Technik ist das eine – mindestens ebenso wichtig sind aktuelle Kenntnisse über Arbeitsorganisation und Unfallverhütungsvorschriften. Denn selbst erfahrene Brennholzwerber, wie auch routinierte Forstwirte sind vor Fehlern nicht gefeit. Und bei Sturmholz heißt es: Finger weg!

Wichtigster Tipp: Nie, wirklich nie Alleinarbeit!

„Die Selbstwerbung von Holz darf nicht in Alleinarbeit durchgeführt werden. Der Brennholzwerber muss ständig Sicht- oder Rufverbindung zu einer anderen Person haben, die im Notfall direkt helfen oder zumindest Hilfe holen kann“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Seit 2013 wird im Staatswald von Brennholzwerbern die Vorlage eines Motorsägenscheins verlangt. Liegen diese mehr als fünf Jahre zurück, empfiehlt Gebhardt, einen Auffrischungskurs zu machen. Beispielsweise -pandemiebedingt voraussichtlich erst wieder ab Spätsommer 2020- im Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) in Gehren oder in den Forstämtern Weida, Sondershausen, Marksuhl oder Sonneberg. Dort lernt man von erfahrenen Forstwirtschaftsmeistern aktuelles Wissen zur Motorsägentechnik, zur Schnittführung und zur Arbeitssicherheit. Dies soll gerade Brennholzwerbern helfen, Unfälle bei der nach wie vor gefährlichen Forstarbeit zu vermeiden.

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Die Zeckenzeit beginnt 2020 früh – wegen des milden Winters

Schon im März ist mit den allgegenwärtigen Plagegeistern zu rechnen. Neues Risikogebiet Schmalkalden-Meiningen. Exotische Zeckenarten nehmen auch in Thüringen zu

dein-kaminholz.deErfurt (hs): Mit den steigenden Lufttemperaturen nimmt die Zahl der Erholungssuchenden im Wald wieder deutlich zu. Leider auch die Zahl der Zecken, die ihre Winterstarre beenden. Diese können bei Kontakt mit dem Menschen durch Blutsaugen gefährliche Krankheiten übertragen. Jährlich erkranken im Freistaat 400 bis 500 Personen an zeckenübertragener Borreliose, 8 bis 15 an der gefährlichen Hirnhautentzündung (FSME). Als FSME-Risikogebiete gelten insbesondere Süd- und Ostthüringen, darunter die Wälder um Hildburghausen, Jena, Gera, Schleiz – und nun auch Schmalkalden und Meiningen. Durch die Berücksichtigung weniger Hinweise lassen sich die Erkrankungsrisiken aber deutlich minimieren, wie ThüringenForst informiert.

Schon ab 6° C werden Zecken aktiv

„Zecken sind ab einer Lufttemperatur von etwa 6° C aktiv und verlassen den Boden, der zuvor als Winterquartier diente“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die bundesweit vorkommenden rund 20 Zeckenarten können über 60 Krankheiten übertragen, am häufigsten die Borreliose, selten die FSME. Oft bleibt die Borreliose wegen grippeähnlicher Krankheitszeichen unerkannt, die Betroffenen - oft Förster, Waldbesitzer, Forstwirte, Gärtner oder Waldbesucher - versäumen deshalb häufig die rechtzeitige Antibiotika-Behandlung. Gegen die ebenfalls durch Zecken übertragbare, deutlich seltenere, gleichwohl gefährliche FSME, können sich Erwachsene wie auch Kinder präventiv impfen lassen.

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